Gebrauchtes Layher Allround prüfen: Rosette, Keilköpfe, Riegel und Beläge
Beim Modulgerüst entscheidet der Knoten: So prüfen Sie Rosetten, Keile, Riegel und Beläge an gebrauchtem Layher Allround.
Bei gebrauchtem Layher Allround liegt das Augenmerk auf den Knoten: Die Rosetten an den Vertikalstielen dürfen weder verbogen noch ausgeschlagen sein, die Keilköpfe an Riegeln und Diagonalen müssen rissfrei sein, und jeder Keil muss vorhanden, gerade und unverlierbar befestigt sein. Danach folgen gerade Rohre, intakte Rohrverbinder und Beläge, deren Profil zum Riegel passt – U-Beläge gehören auf U-Riegel, nicht auf runde Riegel. Oberflächliche Spuren wie Farbe, Beton oder abgestumpfter Zink sind dagegen normal.
Wie das System aufgebaut ist
Allround ist ein Modulgerüst: Statt fertiger Rahmen gibt es senkrechte Stiele mit Rosetten im Abstand von 0,5 m. An jeder Rosette lassen sich Riegel und Diagonalen in mehreren Richtungen anschließen. Die Rosette hat kleine Öffnungen, die rechtwinklige Anschlüsse festlegen, und größere, die Anschlüsse in frei wählbarem Winkel erlauben. Der Keil im Anschlusskopf wird mit dem Hammer eingeschlagen und klemmt den Kopf an Rosette und Stiel.
Diese Bauweise macht das System vielseitig – für Ecken, Rundungen, Treppentürme, Industrie- und Innenanwendungen. Sie bedeutet beim Gebrauchtkauf aber auch: Es gibt mehr unterschiedliche Teile als beim Rahmengerüst, und jeder Knoten ist eine mögliche Schwachstelle.
Vertikalstiele und Rosetten
Stiele gibt es in mehreren Längen, meist in Halbmeter-Schritten. Prüfen Sie zuerst die Geradheit: Peilen Sie entlang des Rohrs oder rollen Sie den Stiel über einen ebenen Boden. Eine Krümmung ist nicht verhandelbar.
Woran man eine beschädigte Rosette erkennt
- Die Scheibe steht nicht mehr rechtwinklig zum Rohr, sondern ist nach oben oder unten gebogen.
- Die Öffnungen sind aufgeweitet oder oval ausgeschlagen; der Keil findet dann keinen sauberen Halt mehr.
- An der Schweißnaht zwischen Rosette und Rohr zeigen sich Risse.
- Kanten sind eingerissen, etwa nach einem Sturz des Stiels auf Beton.
Leicht verschmutzte Öffnungen lassen sich reinigen. Festsitzender Mörtel in der Rosette sollte vor dem Einsatz entfernt werden, sonst sitzt der Keil nicht korrekt.
Rohrverbinder und Anfangsstücke
Am oberen Ende der meisten Stiele sitzt ein Rohrverbinder zum Aufstecken des nächsten Stiels. Er muss gerade und fest sein. Die Anfangsstücke, die auf die Fußspindeln kommen und die erste Rosette tragen, prüfen Sie auf dieselben Merkmale. Sie werden beim Gebrauchtkauf gern vergessen, obwohl ohne sie kein Aufbau beginnt.
Keilköpfe und Keile
Der Keilkopf ist das Bauteil, das am häufigsten mit dem Hammer in Berührung kommt. Entsprechend genau sollte man hinsehen:
- Kopf: keine Risse, keine aufgebogenen Anlageflächen, kein loser Sitz am Rohr.
- Keil: gerade, nicht gestaucht, ohne starke Gratbildung an der Schlagfläche. Ein Keil, der sich nicht mehr durch die Öffnung schieben lässt oder seitlich verbogen ist, gehört getauscht – und zwar mit dem Teil, an dem er hängt.
- Sicherung: Der Keil ist am Kopf unverlierbar befestigt. Fehlt er ganz, ist das Teil unvollständig und nicht einsetzbar.
Ein praktischer Test: Schlagen Sie einen Riegel probehalber an einen Stiel an. Der Keil sollte sich mit wenigen Schlägen fest einschlagen lassen und danach nicht mehr wackeln. Geht er zu tief oder bleibt er locker, stimmt etwas am Kopf oder an der Rosette nicht.
Riegel: rund oder U-förmig
Riegel verbinden die Stiele waagerecht. Es gibt Riegel aus rundem Rohr, die als Längs- oder Geländerriegel dienen, und Riegel mit U-Profil, in die die U-Beläge eingehängt werden. Daneben gibt es verstärkte Riegel für größere Spannweiten und Lasten. Für den Gebrauchtkauf heißt das:
- Die Länge muss zu Ihrem Raster passen – gängig sind Feldlängen von 0,73 m bis 3,07 m.
- Das U-Profil darf nicht aufgebogen, zusammengedrückt oder eingerissen sein, sonst sitzen die Beläge nicht mehr sicher.
- Runde Riegel prüfen Sie wie ein Geländer: gerade Rohre, keine Dellen, intakte Köpfe an beiden Enden.
Diagonalen
Vertikaldiagonalen haben an beiden Enden drehbare Köpfe mit Keil. Sie sind auf Feldlänge und Höhe abgestimmt, eine Diagonale für ein 2,57-m-Feld ist also nicht beliebig austauschbar. Neben dem Rohr achten Sie auf die Gelenke: Sie sollen sich bewegen lassen, aber kein übermäßiges Spiel haben.
Beläge im Modulgerüst
Bei Allround liegen die Beläge in der Regel auf den U-Riegeln. Verbreitet sind Stahlböden, Robustböden mit Holzwerkstoffplatte und Alubeläge, dazu Durchstiegstafeln mit Leiter. Für die Prüfung gelten dieselben Merkmale wie beim Rahmengerüst: intakte Haken, keine Löcher, keine bleibende Durchbiegung. Wichtig ist, dass Belagsprofil und Riegelprofil zusammengehören. Was nicht für den jeweiligen Riegel vorgesehen ist, wird nicht verwendet – auch wenn es auf den ersten Blick aufliegt.
Prüfliste für die Besichtigung
| Teil | Prüfen | Ausschlussgrund |
|---|---|---|
| Vertikalstiel | Geradheit, Rosetten, Rohrverbinder | Krümmung, verbogene oder ausgeschlagene Rosette |
| Anfangsstück | Rosette, Rohr, Sitz auf der Spindel | Verformung, Riss an der Naht |
| Riegel (rund, U) | Rohr, Profil, Köpfe, Keile | Aufgebogenes U-Profil, Riss am Kopf, fehlender Keil |
| Diagonale | Rohr, Gelenke, Keile | Knick, ausgeschlagenes Gelenk |
| Belag | Haken, Lauffläche, Profil | Aufgebogener Haken, Durchbiegung, Löcher |
| Fußspindel | Gewinde, Mutter, Fußplatte | Krummes Gewinde, verbogene Platte |
Stahl oder Aluminium, älter oder jünger
Allround ist über viele Jahre weiterentwickelt worden. Auf dem Gebrauchtmarkt begegnen Ihnen deshalb Teile aus unterschiedlichen Fertigungsjahren, und neben Stahl gibt es auch Ausführungen aus Aluminium. Für den Käufer ist das kein Problem, solange klar ist, welche Teile in welcher Kombination eingesetzt werden dürfen. Maßgeblich ist die Zulassung und die Anleitung des Herstellers; dort steht, welche Ausführungen miteinander verbaut werden.
Praktisch heißt das: Lassen Sie sich bei einer gemischten Partie sagen, aus welchem Werkstoff die Stiele und Riegel sind, und sortieren Sie Alu- und Stahlteile getrennt. Aluteile sind leichter, reagieren aber empfindlicher auf Dellen und Schläge mit dem Hammer an der falschen Stelle. Prägungen an Rosetten und Köpfen helfen, Hersteller und Zeitraum einzuordnen – mehr dazu im Beitrag Prägung und Baujahr.
Typische Lücken in gebrauchten Modulpartien
Beim Rahmengerüst bringt jeder Rahmen seine Querverbindung mit. Beim Modulgerüst muss jede Verbindung als eigenes Teil vorhanden sein. In gebrauchten Partien fehlen deshalb häufiger einzelne Positionen: zu wenige kurze Querriegel für die Gerüstbreite, keine Anfangsstücke, zu wenige Diagonalen oder keine Geländerriegel für die Stirnseiten. Zählen Sie vor dem Kauf die Teile je Feld und Lage durch, statt nur auf die Gesamttonnage zu schauen. Eine hohe Zahl an Stielen nützt wenig, wenn die Riegel für das gewünschte Raster fehlen.
Gebraucht kaufen: Menge und Zusammenstellung
Weil ein Modulgerüst aus vielen Einzelteilen besteht, ist eine saubere Stückliste beim Kauf besonders wichtig. Prüfen Sie, ob Stiellängen, Riegellängen und Beläge zu Ihrem geplanten Raster passen und ob Anfangsstücke, Diagonalen und Gerüsthalter in ausreichender Zahl dabei sind. Wie man eine Stückliste liest, zeigt der Beitrag Stückliste lesen.
Wir führen Layher Allround als Gerüstpaket und in Einzelteilen wie Vertikalstielen und Riegeln. Wer Modulgerüst in großer Menge sucht, findet unter Großposten zusätzlich ganze Bestände anderer Modulsysteme am Stück. Mehr zum System selbst steht auf der Seite Layher Allround.
Wie bei jedem Gerüst gilt: Aufgebaut wird nach der Anleitung des Herstellers, und das fertig gestellte Modulgerüst wird vor dem ersten Betreten von einer befähigten Person kontrolliert. Beschädigte Knoten werden nicht nachgeschweißt, sondern das ganze Teil wird ersetzt.
Häufige Fragen
Was ist beim gebrauchten Allround am wichtigsten?
Die Knoten. Rosetten dürfen nicht verbogen oder ausgeschlagen sein, Keilköpfe müssen rissfrei sein, und jeder Keil muss vorhanden und gerade sein. Danach kommen Geradheit der Rohre und der Zustand der Beläge.
Wozu dienen die unterschiedlich großen Öffnungen in der Rosette?
Die kleinen Öffnungen legen rechtwinklige Anschlüsse fest, die größeren lassen Anschlüsse in verschiedenen Winkeln zu. So lassen sich auch Ecken und Rundungen einrüsten.
Was ist der Unterschied zwischen runden Riegeln und U-Riegeln?
Runde Riegel dienen als Längs- oder Geländerriegel, U-Riegel nehmen mit ihrem Profil die Beläge auf. Beläge werden nur auf dem Riegeltyp verwendet, für den sie vorgesehen sind.
Kann man einen verbogenen Keil austauschen?
Der Keil ist am Kopf unverlierbar befestigt und Teil des Bauteils. Ist er verbogen, gestaucht oder fehlt er, wird das ganze Teil aus dem Einsatz genommen. Eine Reparatur in Eigenregie ist nicht vorgesehen.
Ist Modulgerüst gebraucht schwerer zu prüfen als Rahmengerüst?
Es gibt mehr unterschiedliche Teile und mehr Knoten, deshalb dauert die Prüfung etwas länger. Mit einer klaren Prüfliste für Stiele, Riegel, Diagonalen und Beläge ist sie aber gut machbar.
Führen Sie auch Allround-Einzelteile?
Ja, soweit am Lager, zum Beispiel Stiele, Riegel, Diagonalen und Beläge. Der Bestand wechselt, eine Anfrage mit Ihrer Liste klärt am schnellsten, was verfügbar ist.
Passendes Gerüst finden
Komplette Pakete mit Stückliste stehen unter gebrauchte Gerüste, Einzelteile unter Gerüstteile. Ihre eigene Fassade rechnet der Gerüstkalkulator Wand für Wand.