Vier gebrauchte Rahmengerüste im Vergleich: Blitz, Bosta, SL und Rux Super
Vier verbreitete Rahmensysteme, gebraucht betrachtet: Breiten, Belagsarten, Verbreitung und was das für Nachkauf und Wiederverkauf bedeutet.
Ob Layher Blitz, Rux Super, Hünnebeck Bosta oder Plettac SL: Diese vier Rahmengerüste werden auf dem deutschen Gebrauchtmarkt regelmäßig angeboten. Alle vier gibt es in einer schmalen Baureihe für Maler-, Putz- und Dacharbeiten und in einer breiten für Maurerarbeiten. Sie unterscheiden sich in Details wie Belagsanschluss, Geländerbefestigung und Teilevielfalt. Welches System für Sie sinnvoll ist, hängt weniger von technischen Feinheiten ab als von drei praktischen Fragen: Was haben Sie schon? Was ist in Ihrer Region verbreitet? Und wie leicht bekommen Sie später Teile nach oder verkaufen das Material wieder?
Gemeinsamkeiten der vier Systeme
Alle vier folgen demselben Grundprinzip: Stellrahmen aus Stahlrohr werden übereinander gesteckt, Beläge liegen zwischen den Rahmen, Geländer und Bordbretter bilden den Seitenschutz, Diagonalen steifen das Gerüst in Längsrichtung aus, und Gerüsthalter verbinden es mit der Fassade. Die Rahmenhöhe beträgt üblicherweise 2,00 m, die gängigen Feldlängen reichen von kurzen Passfeldern bis etwa 3 m.
Für jedes System gibt es eine Zulassung und eine Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers. Diese Unterlagen beschreiben, wie das System aufgebaut wird und welche Lasten es tragen darf. Das gilt für gebrauchte Teile genauso wie für neue.
Die Systeme im Überblick
| System | Baureihen (ungefähre Breite) | Übliche Beläge | Gebraucht-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Layher Blitz | schmal ca. 0,73 m, breit ca. 1,09 m | Stahlböden, Robustböden, Alubeläge | Sehr viel Material im Umlauf, große Teileauswahl |
| Hünnebeck Bosta | Bosta 70 ca. 0,70 m, dazu eine breite Baureihe | Stahlböden, je nach Alter auch Holz- und Alubeläge | Bei vielen mittelständischen Betrieben im Bestand |
| Plettac SL | SL 70 ca. 0,70–0,74 m, SL 100 als breite Variante | Stahlböden, Alu- und Holzbeläge | Häufig in Handwerksbetrieben, gut nachzukaufen |
| Rux Super | Super 65 ca. 0,65 m, Super 100 als breite Variante | Stahlböden, weitere Belagsarten je nach Baujahr | Regional unterschiedlich stark verbreitet |
Die Breitenangaben sind gerundet und können je nach Baujahr und Ausführung leicht abweichen. Verbindlich sind die Angaben in der Anleitung des jeweiligen Herstellers.
Layher Blitz
Blitz ist auf Baustellen sehr häufig zu sehen. Für Käufer bedeutet das vor allem: Es gibt viele Partien in unterschiedlichem Zustand, und auch seltene Teile wie Ausgleichsrahmen, Konsolen oder spezielle Geländer tauchen regelmäßig auf. Die Böden werden mit Klauen in das Profil am oberen Rahmenriegel gehängt. Worauf man bei gebrauchtem Blitz im Einzelnen achtet, steht im Beitrag Layher Blitz gebraucht prüfen.
Hünnebeck Bosta
Bosta ist ein seit Langem eingeführtes Rahmensystem, das in vielen Gerüstbau- und Handwerksbetrieben läuft. Gebraucht findet man es oft in größeren zusammenhängenden Partien aus Betriebsbeständen. Bei älterem Bosta lohnt ein genauer Blick auf die Belagsart, weil im Lauf der Jahre unterschiedliche Böden verwendet wurden. Wer bereits Bosta besitzt, ergänzt sinnvollerweise mit demselben System. Mehr dazu auf der Seite Hünnebeck Bosta.
Plettac SL
Plettac SL ist ebenfalls weit verbreitet, besonders in der schmalen Baureihe SL 70. Gebrauchtes SL wird häufig aus Maler- und Stuckateurbetrieben angeboten, die es über viele Jahre genutzt haben. Achten Sie wie bei jedem Rahmensystem auf Rahmengeometrie, Belagshaken und die Anschlüsse für den Seitenschutz. Details zum System finden Sie unter Plettac SL.
Rux Super
Rux Super kommt mit vergleichsweise wenigen Grundbauteilen aus und ist in manchen Regionen deutlich häufiger anzutreffen als in anderen. Die schmale Baureihe Super 65 ist etwas schmaler als die 70er-Reihen anderer Hersteller. Wer Rux Super kauft, sollte vorab klären, ob in der eigenen Umgebung genug Material im Umlauf ist, falls später nachgekauft oder verkauft werden soll. Zum System: Rux Super.
Worauf es bei der Wahl wirklich ankommt
Vorhandener Bestand
Wer schon Material eines Systems besitzt, bleibt in der Regel dabei. Fabrikate unterschiedlicher Hersteller in ein und demselben Gerüst zu verbauen, setzt eine Zulassung voraus, die diese Mischung ausdrücklich erfasst. Fehlt sie, gilt: ein Gerüst, ein System. Das erspart Diskussionen bei der Gerüstprüfung und Ärger mit der Berufsgenossenschaft.
Verbreitung in der Region
Ein System, das viele Betriebe in Ihrer Umgebung nutzen, lässt sich leichter nachkaufen, ausleihen oder wieder verkaufen. Fragen Sie bei Kollegen nach, welches Material dort steht. Auch Händler können meist einschätzen, wie gut sich ein System in einer bestimmten Gegend bewegt.
Breite und Gewerk
Für Malerarbeiten, Putz und Wärmedämmung genügt die schmale Baureihe. Für Maurerarbeiten, bei denen Steine und Mörtel auf dem Belag stehen, ist die breite Baureihe vorgesehen. Wer beides braucht, plant mit zwei Breiten desselben Systems, nicht mit zwei verschiedenen Systemen.
Belagsart
Stahlböden sind robust und verbreitet, aber schwerer. Alu- und Robustbeläge sparen Gewicht beim Tragen und auf dem Anhänger. Die Belagsart beeinflusst den Preis, die Handhabung und den Wiederverkauf. Mehr dazu im Beitrag Gewichte von Gerüstteilen.
Teilevielfalt und Sonderteile
Neben Rahmen, Böden und Geländern braucht fast jede Baustelle irgendwann Sonderteile: Konsolen für einen größeren Wandabstand, Durchgangsrahmen für Hauseingänge, Gitterträger zum Überbrücken, Schutzdächer oder Dachfangteile. Bei allen vier Systemen gibt es solches Zubehör, aber nicht in jeder gebrauchten Partie. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Sonderteile, die Sie regelmäßig brauchen, im gewünschten System gebraucht zu bekommen sind – und zwar in derselben Breite wie Ihre Rahmen.
Ein Tipp aus dem Lager: Kaufen Sie Sonderteile lieber gleich mit dem Grundmaterial. Ein passendes Konsolenpaket oder einen Satz Gitterträger nachträglich in kleiner Stückzahl zu finden, dauert oft länger als erwartet.
Woher gebrauchte Partien stammen
Bei allen vier Systemen ist die Herkunft einer Partie oft aussagekräftiger als das System selbst. Material aus einem Malerbetrieb, der vorwiegend an Wohnhäusern gearbeitet hat, zeigt meist Farbreste, aber wenig mechanische Schäden. Partien aus dem Rohbau tragen häufiger Beton und Mörtel, Gerüste aus Industrieeinsätzen manchmal stärkere Korrosion. Fragen Sie beim Kauf nach, woher das Material kommt und wie es gelagert wurde. Die Antwort ersetzt keine Prüfung, hilft aber bei der Einschätzung. Was normal ist und was nicht, beschreibt der Beitrag Gebrauchsspuren am Gerüst.
Nachkauf und Wiederverkauf
Ein Gerüst ist selten nach dem ersten Projekt fertig. Kommt ein höheres Haus, eine zusätzliche Wand oder ein zweiter Trupp dazu, müssen Teile nachgekauft werden. Bei stark verbreiteten Systemen ist das einfacher, weil Händler und Gebrauchtmärkte regelmäßig Ware haben. Bei weniger verbreiteten Baureihen kann es dauern, bis die passende Menge auftaucht.
Ähnliches gilt für den Wiederverkauf. Material, das viele Käufer suchen, findet schneller einen Abnehmer. Wir kaufen alle vier Systeme an; wie das abläuft, steht unter Gerüst verkaufen.
Was wir führen
Gerüstpakete bieten wir in allen vier hier beschriebenen Rahmensystemen an, jeweils als Basispaket oder komplett nach Herstelleranleitung. Den aktuellen Stand finden Sie unter gebrauchte Gerüste, einzelne Teile zum Ergänzen unter Gerüstteile. Eine Übersicht aller Systeme, zu denen wir Informationen haben, steht unter Gerüstsysteme.
Diese Gegenüberstellung ist bewusst beschreibend. Jedes der vier Systeme ist für Fassadenarbeiten zugelassen und im Alltag bewährt. Die Entscheidung fällt fast immer über Bestand, Region und Gewerk – nicht über ein einzelnes technisches Detail.
Häufige Fragen
Welches Rahmengerüst sollte ich gebraucht kaufen?
Das hängt vor allem davon ab, was Sie bereits besitzen, was in Ihrer Region verbreitet ist und welche Breite Ihr Gewerk braucht. Wer schon Material hat, ergänzt sinnvollerweise mit demselben System.
Darf ich Rahmen verschiedener Hersteller kombinieren?
Nur auf Grundlage einer Zulassung, die den gemischten Aufbau ausdrücklich vorsieht. Liegt keine vor, besteht ein Gerüst aus Teilen eines einzigen Systems.
Warum ist Rux Super 65 schmaler als andere schmale Rahmen?
Die Zahl in der Bezeichnung gibt grob die Breitenklasse an. Super 65 liegt bei etwa 0,65 m, die 70er-Baureihen anderer Hersteller bei etwa 0,70 bis 0,74 m. Für Maler- und Putzarbeiten sind alle schmalen Baureihen vorgesehen.
Welche Breite brauche ich als Maurer?
Für Maurerarbeiten mit Material auf dem Belag ist die breite Baureihe mit rund 1,00 bis 1,10 m vorgesehen. Welche Lastklasse das jeweilige System erreicht, steht in der Anleitung des Herstellers.
Wie gut lassen sich die Systeme nachkaufen?
Bei weit verbreiteten Systemen ist regelmäßig Gebrauchtware am Markt. Bei regional weniger verbreiteten Baureihen kann es länger dauern, bis die passende Menge verfügbar ist. Eine Anfrage bei uns klärt den aktuellen Bestand.
Kaufen Sie alle vier Systeme auch an?
Ja. Für ein erstes Angebot mit Stückpreisen genügen uns ungefähre Mengen und ein paar Fotos. Wir holen das Material selbst ab und rechnen auf Basis der tatsächlich verladenen Teile ab.
Passendes Gerüst finden
Komplette Pakete mit Stückliste stehen unter gebrauchte Gerüste, Einzelteile unter Gerüstteile. Ihre eigene Fassade rechnet der Gerüstkalkulator Wand für Wand.