Gebraucht kaufen · 6 Min. Lesezeit

Defekte Gerüstteile als B-Ware und Bastlerware – sinnvolle Verwendung und klare Grenzen

Aussortierte Gerüstteile sind kein Gerüst mehr, aber oft noch gutes Material. Wo sie sinnvoll sind und wo eine klare Grenze verläuft.

Als B-Ware oder Bastlerware gelten Gerüstteile, die für den Gerüstbau aussortiert wurden: verbogene Rahmen, Rohre mit Dellen, Böden mit beschädigter Klaue, rissige Holzbohlen. Solches Material eignet sich für Regale, Lagergestelle, Zaunpfosten, Rankhilfen, Möbel oder als Rohstoff für das Recycling. Es eignet sich nicht für Gerüste, für Absturzsicherungen, für Podeste, auf denen Menschen stehen, und für alles, was Personen tragen oder halten soll. Diese Grenze gilt ohne Ausnahme.

Was B-Ware bei Gerüst bedeutet

Im Handel mit Konsumgütern ist B-Ware oft ein Gerät mit Kratzer oder beschädigter Verpackung, das sonst einwandfrei funktioniert. Bei Gerüstteilen ist das anders. Ein Gerüstteil mit kosmetischen Spuren ist ganz normale Gebrauchtware und wird regulär eingesetzt. Was beim Sortieren aussortiert wird, hat dagegen einen Schaden, der die Tragfähigkeit betrifft oder betreffen kann. Deshalb ist der Begriff „B-Ware“ bei Gerüst etwas irreführend: Es handelt sich nicht um zweite Wahl für den Gerüstbau, sondern um Material, das den Gerüstbau verlassen hat.

Welche Schäden zum Aussortieren führen, beschreibt der Beitrag Gebrauchsspuren am Gerüst.

Wofür aussortierte Teile taugen

Lager und Werkstatt

Aus Gerüstrohren und Kupplungen lassen sich robuste Gestelle bauen: Regale für Holz, Rohre oder Profile, Halter für Schläuche und Kabeltrommeln, Rahmen für Arbeitstische. Auch alte Stellrahmen dienen als stabile Seitenteile für Lagerregale. Wichtig ist, dass solche Gestelle standsicher aufgestellt, gegen Umkippen gesichert und nur so belastet werden, wie es dem Zustand des Materials entspricht. Klettern auf dem Regal gehört nicht dazu.

Garten und Landwirtschaft

Rohre mit Dellen sind als Zaunpfosten, Weidezaunstützen oder Rankgerüst für Kletterpflanzen gut zu gebrauchen. Rahmen können als Unterkonstruktion für eine Holzmiete oder als Gestell für ein Folientunnelchen dienen. Bei allem, was ein Dach trägt oder über Kopfhöhe reicht, sollten Sie Wind- und Schneelast ernst nehmen und im Zweifel fachlich prüfen lassen.

Möbel und Einrichtung

Ausgediente Gerüstbohlen aus Holz sind ein beliebtes Material für Tische, Bänke, Regalbretter und Wandverkleidungen. Die Gebrauchsspuren sind hier ausdrücklich erwünscht. Vor dem Einsatz in Innenräumen sollten Sie die Bohlen gründlich reinigen, trocknen und abschleifen. Bei unbekannten Altanstrichen oder Verschmutzungen tragen Sie beim Schleifen eine Staubmaske. Metallteile wie Kupplungen und Rohrverbinder finden sich als Beschläge oder Lampenhalter wieder.

Recycling

Was gar nicht mehr verwendet werden kann, ist Rohstoff. Stahl und Aluminium lassen sich gut wiederverwerten. Für größere Mengen lohnt die Abgabe an einen Metallhändler. Das ist kein schlechtes Ende für ein Gerüstteil, das viele Jahre Dienst getan hat.

Bei Holz ist etwas Vorsicht geboten. Gerüstbohlen, die Farbe, Öl, Bitumen oder Mörtel abbekommen haben, sind kein naturbelassenes Holz mehr. Sie gehören nicht in den Kaminofen, sondern werden über den Wertstoffhof oder einen Entsorger als Altholz abgegeben. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde nach, wie das vor Ort geregelt ist.

Wofür B-Ware niemals verwendet wird

VerwendungWarum nicht
Arbeits- oder Schutzgerüst, auch nur „kurz“ oder „niedrig“Die Tragfähigkeit ist nicht mehr gesichert, die Zulassung greift nicht.
Geländer an Treppe, Balkon, Podest oder GrubeEin Absturzschutz muss definierte Kräfte aufnehmen können.
Podest, Bühne, Laufsteg, HochsitzMenschen stehen darauf; ein Versagen hat schwere Folgen.
Spielgeräte wie Schaukel, Klettergerüst, BaumhausDynamische Lasten durch Kinder, besonders hohes Risiko.
Anschlagpunkt für Seile, Hebezeug, FlaschenzugPunktlasten und Stöße überfordern vorgeschädigtes Material.
Ersatz für Leitern oder TritteKein geprüfter Aufstieg, keine sichere Standfläche.
Tragkonstruktion für Carport, Überdachung, LagerbühneBauliche Anlagen brauchen in der Regel einen Nachweis.

Gerade bei Projekten im Garten oder für Kinder ist die Versuchung groß, „das bisschen Höhe“ mit altem Gerüstmaterial zu überbrücken. Eine Plattform in zwei Metern Höhe kann bei einem Sturz genauso gefährlich sein wie ein Gerüst an der Fassade. Planen Sie solche Vorhaben mit dafür gemachtem Material.

Die Liste ist nicht abschließend. Faustregel: Sobald ein Mensch darauf steht, sich daran festhält oder darunter steht, während es Last trägt, ist B-Ware das falsche Material.

Damit B-Ware B-Ware bleibt

Das größte Risiko bei aussortierten Teilen ist, dass sie irgendwann doch wieder in einem Gerüst landen – weil jemand im Stapel nicht mehr weiß, warum ein Rahmen beiseitegelegt wurde. Deshalb gilt in Betrieben und auch privat:

  • Kennzeichnen: Aussortierte Teile deutlich markieren, etwa mit auffälliger Farbe an beiden Enden.
  • Getrennt lagern: Nicht im selben Regal wie das einsatzfähige Material.
  • Unbrauchbar machen: Bei Teilen, die nicht weiterverwendet werden, Anschlussstücke abtrennen oder Rohre kürzen.
  • Beim Weitergeben dokumentieren: Wer B-Ware verkauft oder verschenkt, sollte schriftlich festhalten, dass sie nicht für den Gerüstbau bestimmt ist.

Wie aussortiert wird

Beim Sortieren angekaufter Bestände entscheidet nicht der Preis, sondern der Befund. Jedes Teil wird angesehen; was gerade, rissfrei und funktionsfähig ist, geht zurück in den Bestand des jeweiligen Systems. Was nicht, wandert auf einen eigenen Platz. Dort wird noch einmal unterschieden: Teile, die als Rohmaterial interessant sein können, etwa lange Rohre oder Holzbohlen, und Teile, die nur noch Metallwert haben. Letztere gehen gesammelt ins Recycling.

Diese Trennung schützt beide Seiten. Der Käufer eines Gerüsts bekommt kein Material, das beim Sortieren schon aufgefallen ist, und wer Bastlermaterial sucht, weiß, dass er keine Gerüstteile im eigentlichen Sinn erhält.

Verantwortung beim Weitergeben

Wer aussortierte Gerüstteile weiterverkauft oder verschenkt, sollte sich bewusst sein, dass der nächste Besitzer die Vorgeschichte nicht kennt. Eine klare schriftliche Angabe wie „nicht zur Verwendung als Gerüst oder Absturzsicherung“ auf Rechnung oder Übergabezettel ist daher sinnvoll. Ob und wie weit man darüber hinaus haftet, wenn das Material dennoch zweckwidrig eingesetzt wird, hängt vom Einzelfall ab. Bei gewerblichen Abgaben in größerem Umfang lohnt eine kurze rechtliche Beratung.

B-Ware und Kaufentscheidung

Manche Angebote im Netz werben mit „Gerüst als Bastlerware“ zu sehr niedrigen Preisen. Hier ist Vorsicht geboten, wenn Sie eigentlich ein Gerüst brauchen. Ein Posten, der als Bastlerware verkauft wird, ist kein Gerüst und wird durch Aussortieren einzelner Teile auch nicht zu einem. Der Verkäufer hat mit dieser Bezeichnung häufig bewusst jede Zusage zur Verwendbarkeit ausgeschlossen. Für ein echtes Gerüstprojekt kaufen Sie besser sortierte, durchgesehene Gebrauchtware – Pakete finden Sie unter gebrauchte Gerüste, Einzelteile unter Gerüstteile.

Umgekehrt kann Bastlerware die richtige Wahl sein, wenn Sie wirklich ein Regal, einen Zaun oder einen Tisch bauen wollen. Dann zählen andere Kriterien: Länge, Form, Optik und Preis. Fragen Sie bei Bedarf nach; ob gerade aussortiertes Material abgegeben werden kann, hängt vom Sortieren ab.

Was Sie mit eigenem Ausschuss tun können

Haben Sie nach einem Projekt Teile, die nicht mehr in Ordnung sind? Sortieren Sie sie vom brauchbaren Material getrennt. Das brauchbare Gerüst können Sie wieder verkaufen, zum Beispiel über unseren Ankauf; beschädigte Teile nennen Sie dabei bitte offen. Wie der Ablauf nach einem Projekt aussieht, beschreibt der Ratgeber Wiederverkauf nach dem Projekt.

Häufige Fragen

Darf ich Bastlerware für ein niedriges Gerüst verwenden?

Nein. Auch ein niedriges Gerüst muss tragfähig und standsicher sein. Aussortierte Teile erfüllen diese Voraussetzung nicht mehr, unabhängig von der Höhe.

Kann man aus alten Gerüstrohren ein Regal bauen?

Ja, Rohre und Kupplungen eignen sich gut für Lagergestelle. Stellen Sie das Regal standsicher auf, sichern Sie es gegen Umkippen und belasten Sie es nicht über das hinaus, was der Zustand erlaubt.

Sind alte Gerüstbohlen für Möbel geeignet?

Ja, sie sind ein beliebtes Material für Tische, Bänke und Regalbretter. Reinigen, trocknen und schleifen Sie sie vor der Innenverwendung und tragen Sie beim Schleifen eine Staubmaske.

Wie verhindere ich, dass Ausschuss wieder im Gerüst landet?

Kennzeichnen Sie aussortierte Teile deutlich, lagern Sie sie getrennt und machen Sie Teile, die nicht weiterverwendet werden, unbrauchbar, etwa durch Abtrennen der Anschlüsse.

Was ist der Unterschied zwischen Gebrauchtware und B-Ware bei Gerüst?

Gebrauchtware hat kosmetische Spuren und ist voll einsetzbar. Als B-Ware oder Bastlerware gilt Material, das wegen eines möglichen Schadens an der Tragfähigkeit aus dem Gerüstbau aussortiert wurde.

Was passiert mit Gerüstteilen, die gar nicht mehr nutzbar sind?

Sie gehen ins Metallrecycling. Stahl und Aluminium lassen sich gut wiederverwerten.

Passendes Gerüst finden

Komplette Pakete mit Stückliste stehen unter gebrauchte Gerüste, Einzelteile unter Gerüstteile. Ihre eigene Fassade rechnet der Gerüstkalkulator Wand für Wand.

Weiterlesen

Gebrauchtes Gerüst gesucht oder ein bestimmtes Teil? Wir prüfen den Lagerbestand für Sie und nennen Preis und Fracht – unverbindlich.